Ob für Vitrinen, Schutzabdeckungen, Regale, Schilder oder Terrassenüberdachungen: Die Wahl des richtigen transparenten Werkstoffs entscheidet maßgeblich über Haltbarkeit, Sicherheit, Verarbeitbarkeit und letztendlich über den Erfolg Ihres Projekts. Häufig stehen Fachleute und Heimwerker vor derselben Frage: Plexiglas vs Glas — welches Material ist die bessere Wahl? Beide Materialien erscheinen auf den ersten Blick ähnlich – beide sind klar, beide lassen Licht durch, beide finden sich in unzähligen Alltagsanwendungen. Doch ihre Eigenschaften unterscheiden sich erheblich.
In diesem umfassenden Vergleich Plexiglas vs Glas betrachten wir beide Materialien nach allen relevanten Kriterien: Gewicht, Lichtdurchlässigkeit, Bruchverhalten, Kratzfestigkeit, Verarbeitbarkeit, Temperaturbeständigkeit und Kosten. So können Sie fundiert entscheiden, welches Material für Ihre spezifische Anwendung die bessere Wahl ist.

Was ist PLEXIGLAS®?
PLEXIGLAS® ist der weltweit bekannteste Markenname für Acrylglas auf Basis von Polymethylmethacrylat (PMMA) – einem thermoplastischen Kunststoff, der aufgrund seiner außergewöhnlichen optischen Klarheit und seiner vielseitigen Verarbeitbarkeit seit fast einem Jahrhundert zu den beliebtesten transparenten Werkstoffen der Welt zählt.
PLEXIGLAS® ist eine eingetragene Marke der Röhm GmbH mit Sitz in Darmstadt, einem der weltweit führenden Unternehmen in der Herstellung von PMMA-Produkten. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird „Plexiglas” häufig als Synonym für alle Acrylglas-Produkte verwendet – korrekt bezeichnet aber nur das Originalprodukt von Röhm GmbH den Namen Plexiglas.
Kurze Geschichte: PLEXIGLAS® wurde 1933 erfunden
Der Chemiker Otto Röhm entwickelte Plexiglas im Jahr 1933 und ließ es im selben Jahr als Marke schützen. Die erste kommerzielle Produktion begann 1936. Seitdem hat sich das Material in den verschiedensten Branchen etabliert: von der Luftfahrt (Cockpitscheiben, Kanzelabdeckungen) über den Fahrzeugbau bis hin zu Architektur, Werbung, Möbelbau und Medizintechnik.
Heute wird PMMA unter zahlreichen Markennamen angeboten, jedoch bleibt Plexiglas das Original – und der Qualitätsmaßstab der Branche. Wenn Sie in unserem Plexiglas Zuschnitte-Sortiment einkaufen, erhalten Sie stets Original-Plexiglas von Röhm GmbH.

Plexiglas vs Glas: Materialeigenschaften im Vergleich
Die folgende Tabelle gibt einen umfassenden Überblick über die wichtigsten technischen Eigenschaften von PLEXIGLAS® (PMMA) im direkten Vergleich mit Mineralglas (Floatglas). Alle Angaben sind Richtwerte auf Basis allgemein zugänglicher technischer Datenblätter.
| Eigenschaft | PLEXIGLAS® (PMMA) | Mineralglas (Floatglas) |
|---|---|---|
| Dichte | 1,19 g/cm³ | 2,50 g/cm³ |
| Gewicht (relativ) | ca. 52 % leichter als Glas | Referenz |
| Lichtdurchlässigkeit | bis zu 92 % | 80–90 % |
| Brechungsindex | 1,492 | 1,45–1,90 |
| Schlagfestigkeit | 10–17× höher als Glas | Referenz (spröde) |
| Kratzfestigkeit (Mohs) | 3–4 | 5–6 |
| Temperaturbeständigkeit | −40 °C bis +80 °C | bis +300 °C (Floatglas) |
| Wärmeleitfähigkeit | 0,19 W/(m·K) | 1,0 W/(m·K) |
| UV-Beständigkeit | Sehr gut (mit Stabilisatoren) | Sehr gut |
| Bruchverhalten | Keine scharfen Splitter | Scharfe Splitter (Verletzungsgefahr) |
| Verarbeitbarkeit | Sägen, Bohren, Fräsen, Biegen | Nur vor dem Härten bearbeitbar |
| E-Modul (Steifigkeit) | 2.700–3.200 MPa | 70.000 MPa |
| Brandverhalten | Brennbar (B2 / Class E) | Nicht brennbar (A1) |
Plexiglas vs Glas: Gewicht berechnen im direkten Vergleich
Einer der auffälligsten und praktisch bedeutsamsten Unterschiede zwischen Plexiglas und Mineralglas ist das Gewicht. Wer eine Platte oder Scheibe für ein Projekt plant – ob Vitrine, Terrassenüberdachung, Regalfach oder Schutzverglasung –, muss das Gewicht kennen, um Tragkonstruktionen, Befestigungen und den Transport richtig kalkulieren zu können.
Dichte und spezifisches Gewicht: Die Grundlage der Berechnung
Das Gewicht einer Platte ergibt sich aus ihren Abmessungen und der Dichte (spezifisches Gewicht) des Materials. Die Formel lautet:
Gewicht (kg) = Länge (m) × Breite (m) × Stärke (mm) × Dichte (g/cm³)
Die Dichtewerte im Überblick:
- Plexiglas (PMMA / Acrylglas): 1,19 g/cm³ → entspricht 1,19 kg pro m² pro mm Stärke
- Mineralglas (Floatglas): 2,50 g/cm³ → entspricht 2,50 kg pro m² pro mm Stärke
Plexiglas ist damit bei gleicher Fläche und Dicke rund 52,4 % leichter als herkömmliches Glas.
Gewichtstabelle: PLEXIGLAS® vs. Glas pro m²
Die folgende Tabelle zeigt das Gewicht pro Quadratmeter für die gängigsten Materialstärken – so können Sie das Gewicht Ihrer Scheibe direkt ablesen:
| Stärke | PLEXIGLAS® (pro m²) | Glas (pro m²) | Gewichtsersparnis |
|---|---|---|---|
| 2 mm | 2,38 kg | 5,00 kg | 2,62 kg (52,4 %) |
| 3 mm | 3,57 kg | 7,50 kg | 3,93 kg (52,4 %) |
| 4 mm | 4,76 kg | 10,00 kg | 5,24 kg (52,4 %) |
| 5 mm | 5,95 kg | 12,50 kg | 6,55 kg (52,4 %) |
| 6 mm | 7,14 kg | 15,00 kg | 7,86 kg (52,4 %) |
| 8 mm | 9,52 kg | 20,00 kg | 10,48 kg (52,4 %) |
| 10 mm | 11,90 kg | 25,00 kg | 13,10 kg (52,4 %) |
| 12 mm | 14,28 kg | 30,00 kg | 15,72 kg (52,4 %) |
| 15 mm | 17,85 kg | 37,50 kg | 19,65 kg (52,4 %) |
| 20 mm | 23,80 kg | 50,00 kg | 26,20 kg (52,4 %) |
Rechenbeispiel: Wie schwer ist eine Plexiglasscheibe?
Ein konkretes Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Bei einer 1,20 m × 2,40 m großen Scheibe in 8 mm Stärke (z. B. für eine Terrassenüberdachung) ergibt die Berechnung:
- Floatglas: 1,20 × 2,40 × 8 × 2,5 = 57,6 kg
- PLEXIGLAS®: 1,20 × 2,40 × 8 × 1,19 = 27,4 kg
Das ist eine Gewichtsersparnis von über 30 kg pro Scheibe – ein enormer Vorteil bei Montage, Transport und bei der Dimensionierung der Tragkonstruktion. Besonders bei großflächigen Anwendungen wie Überdachungen, Trennwänden oder Messebau-Elementen summiert sich der Gewichtsvorteil schnell auf mehrere hundert Kilogramm.
Interaktiver Gewichtsrechner: PLEXIGLAS® vs. Glas
Möchten Sie das Gewicht für Ihre individuelle Scheibengröße und Materialstärke berechnen? Mit unserem kostenlosen Gewichtsrechner geben Sie einfach Länge, Breite und Stärke ein und erhalten sofort das Gewicht beider Materialien im direkten Vergleich – inklusive der prozentualen Ersparnis:
Das geringere Gewicht von Plexiglas wirkt sich in der Praxis in mehrfacher Hinsicht aus: Unterkonstruktionen können schwächer und damit kostengünstiger dimensioniert werden, der Transport ist einfacher und günstiger, und bei der Montage – insbesondere auf Leitern oder bei Überkopfarbeiten – ist das Risiko von Verletzungen durch das schwere Material deutlich geringer.
Plexiglas vs Glas: Lichtdurchlässigkeit und Optik

Beim Vergleich Plexiglas vs Glas überrascht ein Fakt selbst Fachleute: Plexiglas transmittiert mit bis zu 92 % des sichtbaren Lichts mehr als Standard-Floatglas, das typischerweise auf Werte zwischen 80 und 90 % kommt. Dieser Unterschied ist auf die spezifischen optischen Eigenschaften des PMMA-Polymers zurückzuführen.
Für Anwendungen, bei denen maximale Klarheit und Lichtausbeute entscheidend sind – wie Schaufensterdisplays, beleuchtete Schilder, Vitrinen oder Gewächshaus-Verglasung – ist Plexiglas damit die optisch überlegene Wahl.
Langzeitstabilität der optischen Eigenschaften
Plexiglas mit integrierten UV-Stabilisatoren behält seine optische Klarheit über viele Jahre, ohne zu vergilben oder trüb zu werden. Qualitativ hochwertiges PMMA wie Original-Plexiglas von Röhm GmbH wurde speziell für Außenanwendungen entwickelt und widersteht auch dauerhafter Sonneneinstrahlung ohne nennenswerten Qualitätsverlust.
Der Brechungsindex von Plexiglas liegt bei 1,492 und damit in einem Bereich, der kristallklare Optik ohne störende Farbverzerrungen gewährleistet. Linsen aus PMMA finden sich daher in optischen Instrumenten, Lupenbrillen und medizinischen Geräten.
Plexiglas vs Glas: Bruchfestigkeit und Sicherheit im Vergleich

Im Vergleich Plexiglas vs Glas zählt das Bruchverhalten zu den wichtigsten sicherheitsrelevanten Unterschieden. Während Mineralglas (insbesondere nicht gehärtetes Floatglas) bei einem Bruch in scharfe, messerscharfe Splitter zerbricht, die zu schweren Schnitt- und Stichverletzungen führen können, bricht Plexiglas in stumpfe, deutlich weniger gefährliche Teile – oder biegt sich bei Belastung zunächst durch, bevor es nachgibt.
10- bis 17-fache Schlagfestigkeit gegenüber Glas
Die Schlagfestigkeit von Plexiglas liegt je nach Variante und Messmethode 10- bis 17-mal höher als die von Mineralglas. Das bedeutet, dass Plexiglas deutlich größere Krafteinwirkungen standhält, bevor es zum Bruch kommt. Bei vergleichbaren Scheibenstärken übersteht Plexiglas Belastungen, die Glasscheiben bereits zerstören würden.
Diese Eigenschaft macht Plexiglas zur bevorzugten Wahl in Bereichen, in denen Bruchgefahr besteht oder Personensicherheit oberste Priorität hat:
- Kinderzimmer und Schulen: Fensterscheiben, Vitrinen, Schaukästen
- Sportanlagen: Eishockey-Banden, Squash-Court-Wände, Schutzscheiben an Sportgeräten
- Schutzverglasung: Kassenscheiben, Trennwände, Sicherheitsglas-Ersatz
- Fahrzeugbau und Luftfahrt: Windschutzscheiben in Sonderbereichen, Cockpitverglasung
- Ausstellungen und Museen: Vitrinen für wertvolle Exponate
Kratzfestigkeit: Wo Glas klar punktet
Beim Thema Plexiglas vs Glas lohnt es sich, ehrlich zu sein: In puncto Kratzfestigkeit hat Mineralglas einen eindeutigen Vorteil. Auf der Mohs-Härteskala erreicht Floatglas Werte von 5–6, während Plexiglas bei 3–4 liegt. Das bedeutet, dass die Oberfläche von Plexiglas bei unsachgemäßem Umgang leichter zerkratzt werden kann – zum Beispiel durch falsches Reinigen mit harten Tüchern oder Sand- und Staubpartikeln.
Der entscheidende Unterschied: Kratzer in PLEXIGLAS® können poliert werden
Was viele nicht wissen: Kratzer in Plexiglas lassen sich mit geeigneten Poliermitteln wieder entfernen oder zumindest deutlich reduzieren. Plexiglas polieren und schleifen ist ein bewährtes Verfahren, um die ursprüngliche Optik wiederherzustellen – ohne das Material austauschen zu müssen.
Bei Glas hingegen ist das nicht möglich: Kratzer in Glasoberflächen sind permanent und können nicht durch Polieren behoben werden. In diesem Sinne ist das geringere Verletzungsrisiko durch Kratzer bei Plexiglas ein relativer Nachteil, der sich in der Praxis oft gut managen lässt.
Plexiglas vs Glas: Verarbeitung und DIY-Eignung

Für alle, die selbst Hand anlegen möchten: Plexiglas ist der eindeutig heimwerkerfreundlichere Werkstoff. Es lässt sich mit handelsüblichen Werkzeugen bearbeiten, die auch für Holz und andere Werkstoffe verwendet werden – sofern die richtigen Schnittparameter und Techniken eingehalten werden.
PLEXIGLAS® schneiden, bohren, fräsen und biegen
Plexiglas kann auf vielfältige Weise bearbeitet werden:
- Sägen: Mit einer feinen Kreissäge, Stichsäge oder Handsäge. Die richtige Methode für saubere Schnitte erklärt unser Ratgeber zum Thema PLEXIGLAS® schneiden.
- Bohren: Mit einem Standardbohrer (Holz- oder Metallbohrer) bei niedriger Drehzahl und ohne Druck. Alle Details dazu finden Sie in unserem Artikel zu PLEXIGLAS® bohren.
- Fräsen: Mit einer Oberfräse oder CNC-Anlage für präzise Konturen und Vertiefungen.
- Biegen: Plexiglas lässt sich durch Wärme (Heißluftgebläse oder Biegevorrichtung) verformen – ein enormer Vorteil gegenüber Glas, das sich nicht kalt biegen lässt.
- Kleben: Mit spezialisierten Acrylklebern oder lösungsmittelbasiertem Kleber entstehen nahezu unsichtbare, materialschlüssige Verbindungen. Mehr dazu in unserem Leitfaden zu PLEXIGLAS® kleben.
Glas: Bearbeitung erfordert Profiequipment
Mineralglas ist in der Bearbeitung deutlich anspruchsvoller. Rohes Floatglas kann zwar mit einem Glasschneider geritzt und gebrochen werden, doch jegliche Feinbearbeitung – Bohrungen, Ausschnitte, Schleifen – erfordert Spezialwerkzeug mit Diamantbeschichtung und Kühlung. Gehärtetes Glas (ESG) und Verbundsicherheitsglas (VSG) können nach dem Fertigungsprozess überhaupt nicht mehr bearbeitet werden: Bohrungen und Schnitte müssen vor dem Härten eingebracht werden.
Auch bei der Verarbeitung zeigt sich im Vergleich Plexiglas vs Glas ein klarer Sieger: Für Projekte, bei denen Sie das Material selbst zuschneiden, anpassen oder nachbearbeiten möchten, ist Acrylglas die klar überlegene Wahl.
PLEXIGLAS® Zuschnitte – Ihr Material für jedes Projekt
Ob Vitrine, Schutzverglasung oder kreatives Heimwerkerprojekt: In unserem Shop finden Sie Original-PLEXIGLAS® in verschiedenen Stärken und Farben – passgenau zugeschnitten und diamantpoliert.

Wann PLEXIGLAS® die bessere Wahl ist

Wer sich im Vergleich Plexiglas vs Glas für Acrylglas entscheidet, profitiert immer dann, wenn ein oder mehrere der folgenden Anforderungen im Vordergrund stehen:
- Geringes Gewicht: Bei großformatigen Anwendungen, deckenmontierten Elementen, mobilen Displays oder Konstruktionen mit begrenzter Tragfähigkeit.
- Hohe Schlagfestigkeit und Bruchsicherheit: In Bereichen mit erhöhtem Verletzungsrisiko oder Vandalismussicherung – Kinderzimmer, Schulen, Sportanlagen, Kassenbereiche.
- Eigene Verarbeitung / DIY: Wenn das Material selbst zugeschnitten, gebohrt, gebogen oder geklebt werden soll.
- Displays, Schilder und Werbetechnik: Für leuchtende Schilder, Schaukästen, Lichtkästen und POS-Displays bietet Plexiglas hervorragende optische Eigenschaften und Verarbeitbarkeit.
- Gewächshäuser und Terrassenüberdachungen: Das niedrigere Gewicht und die gute Wärmedämmung (geringere Wärmeleitfähigkeit) machen Plexiglas zu einer attraktiven Alternative zu Glas.
- Möbel, Regale und Vitrinen: Für transparente Möbeloberflächen, Einlegeböden und Dekorelemente – dort ist das Risiko von Kratzschäden gering, die optischen Eigenschaften und das Gewicht sind hingegen entscheidend.
- Schutzverglasungen und Trennwände: Im gewerblichen Bereich – zum Beispiel als Infektionsschutzwand oder Maschinenabdeckung – verbindet Plexiglas gute Optik mit funktionalen Sicherheitsvorteilen.
- Außenanwendungen im Freizeitbereich: Aquarien, Teichkonstruktionen, Modellbau – überall dort, wo Transparenz, Wetterbeständigkeit und geringes Gewicht zählen.
Wann Glas die bessere Wahl ist
Glas behält in bestimmten Anwendungsbereichen klare Vorteile, die Plexiglas nicht kompensieren kann:
- Hochtemperaturanwendungen: Kochfelder, Ofenfenster, Kamine und andere Anwendungen mit Temperaturen über 80 °C erfordern Glas oder Spezialglas. Standard-Plexiglas ist für solche Anwendungen nicht geeignet.
- Hochbeanspruchte Oberflächen mit Kratzrisiko: Tischplatten, Ladentische und Verkaufstresen, die täglich mit harten Gegenständen in Kontakt kommen, profitieren von der höheren Kratzfestigkeit von Glas.
- Architektonische Glasanwendungen: Für strukturelle Verglasung im Bauwesen (Fassadenglas, Geländerscheiben nach Norm), wo brandschutz- und statikgeprüfte Materialien mit entsprechenden Zertifizierungen gefordert sind, bleibt Glas oft gesetzlich vorgeschrieben.
- Brandschutzanforderungen: In brandschutzrelevanten Bereichen ist die Unbrennbarkeit von Glas (Klasse A1) gegenüber der Brennbarkeit von Plexiglas (Klasse B2) ein entscheidender Vorteil.
- Chemische Beständigkeit: In Labors oder bei Kontakt mit aggressiven organischen Lösungsmitteln bietet Glas generell eine höhere chemische Resistenz.
- Lebensmittelkontakt (ohne Einschränkung): Für Oberflächen im direkten Lebensmittelkontakt (z. B. Schneidbretter, Kochflächen) ist Glas die sicherere und bewährtere Wahl.
Plexiglas vs Glas: Die Entscheidungshilfe auf einen Blick
Um Ihnen die Entscheidung Plexiglas vs. Glas noch leichter zu machen, fassen wir die wichtigsten Kriterien kompakt zusammen:
| Kriterium | PLEXIGLAS® gewinnt | Glas gewinnt |
|---|---|---|
| Gewicht | ✓ ca. 52 % leichter | |
| Lichtdurchlässigkeit | ✓ bis 92 % | |
| Schlagfestigkeit | ✓ 10–17× höher | |
| Kratzfestigkeit | ✓ Mohs 5–6 | |
| Temperaturbeständigkeit | ✓ bis +300 °C | |
| Verarbeitbarkeit (DIY) | ✓ Standard-Werkzeug | |
| Reparierbarkeit (Kratzer) | ✓ Polierbar | |
| Brandschutz | ✓ Nicht brennbar (A1) | |
| Bruchverhalten (Sicherheit) | ✓ Keine scharfen Splitter | |
| Wärmedämmung | ✓ Geringere Wärmeleitfähigkeit | |
| Langlebigkeit Optik | ✓ UV-stabilisierte Varianten | ✓ Keine Pflege nötig |
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FAQ — Häufige Fragen zu PLEXIGLAS® und Glas
Ist PLEXIGLAS® leichter als Glas?
Ja, PLEXIGLAS® ist deutlich leichter als Mineralglas. Mit einer Dichte von 1,19 g/cm³ wiegt Plexiglas rund 52 % weniger als Floatglas (Dichte: 2,50 g/cm³). Ein Quadratmeter Plexiglas in 6 mm Stärke wiegt etwa 7,14 kg, die vergleichbare Glasscheibe dagegen 15,00 kg. Das macht Plexiglas besonders attraktiv für großformatige Anwendungen und Montagesituationen, bei denen das Gewicht eine Rolle spielt.
Kann man PLEXIGLAS® statt Glas verwenden?
In vielen Anwendungsbereichen ist Plexiglas ein vollwertiger und oft überlegener Ersatz für Glas – insbesondere bei Schutzverglasungen, Displays, Vitrinen, Terrassenüberdachungen und Gewächshäusern. Nicht geeignet ist Plexiglas hingegen für Hochtemperaturanwendungen (Öfen, Kochfelder), brandschutzrelevante Bereiche (Klasse A1 erforderlich) und strukturell tragende Verglasungen nach Baunorm. Im Zweifelsfall empfehlen wir, die jeweiligen Anforderungen mit einem Fachmann zu klären.
Wie viel leichter ist Acrylglas als Glas?
Acrylglas (PMMA / Plexiglas) ist bei gleicher Fläche und Dicke rund 52 % leichter als Mineralglas. Das ergibt sich direkt aus dem Dichteunterschied: 1,19 g/cm³ (PMMA) gegenüber 2,50 g/cm³ (Glas). Für eine 1 m² große Scheibe in 10 mm Stärke bedeutet das: PMMA wiegt 11,90 kg, Glas wiegt 25,00 kg – eine Ersparnis von 13,10 kg pro Scheibe.
Ist PLEXIGLAS® bruchsicher?
Plexiglas ist nicht vollständig bruchsicher, aber erheblich schlagfester als normales Mineralglas – die Schlagfestigkeit liegt je nach Variante 10- bis 17-mal höher als bei Floatglas. Zudem bricht Plexiglas anders als Glas: Es entstehen keine scharfen, messerscharfen Splitter, sondern stumpfe Bruchstücke, die deutlich weniger Verletzungsgefahr darstellen. Für Anwendungen mit besonderen Anforderungen (z. B. als Einbruchschutz) stehen spezielle verstärkte Plexiglas-Varianten zur Verfügung.
Vergilbt PLEXIGLAS®?
Minderwertiges PMMA ohne UV-Stabilisatoren kann mit der Zeit gelblich werden. Original-Plexiglas von Röhm GmbH enthält jedoch bereits ab Werk UV-Stabilisatoren, die eine Vergilbung auch bei dauerhafter Sonneneinstrahlung über viele Jahre zuverlässig verhindern. Achten Sie daher beim Kauf auf Original-Plexiglas mit UV-Schutz – insbesondere für Außenanwendungen. Günstige Eigenmarken oder No-Name-Acrylglas ohne Herstellerangaben können diese Langzeitstabilität nicht garantieren.
Was ist kratzfester: PLEXIGLAS® oder Glas?
In diesem Punkt gewinnt Glas klar: Mit einem Wert von 5–6 auf der Mohs-Skala ist Mineralglas deutlich kratzfester als Plexiglas (Mohs 3–4). Das bedeutet, dass Glasoberflächen im Alltag weniger empfindlich gegenüber feinen Schleifpartikeln und mechanischer Beanspruchung sind. Allerdings lassen sich Kratzer in Plexiglas mit einem geeigneten Politurverfahren (Nassschliff + Politur) weitgehend entfernen – bei Glas ist das nicht möglich. Für stark beanspruchte Oberflächen empfiehlt sich zudem Plexiglas GS XT mit Antikratz-Beschichtung (Hardcoat).
Ist PLEXIGLAS® UV-beständig?
Ja – Original-Plexiglas von Röhm GmbH ist in der Standardausführung UV-beständig. Das Material enthält UV-Absorber, die eine Degradation durch Sonnenlicht über viele Jahre verhindern. In standardisierten Bewitterungstests zeigt Plexiglas eine hervorragende Langzeitstabilität. Für besonders anspruchsvolle Außenanwendungen stehen spezielle UV-absorbende Varianten zur Verfügung, die zudem Objekte und Materialien hinter der Scheibe vor UV-Strahlung schützen.
Welches Material ist günstiger: PLEXIGLAS® oder Glas?
Ein einfacher Preisvergleich ist schwierig, da beide Materialien in sehr unterschiedlichen Qualitäten und Verarbeitungsstufen erhältlich sind. Als grobe Orientierung gilt: Einfaches Floatglas ist oft günstiger als Plexiglas in vergleichbarer Stärke. Sicherheitsglas (ESG, VSG) hingegen kann teurer sein als Plexiglas. Hinzu kommen die Gesamtkosten: Plexiglas ist leichter zu transportieren, einfacher zu verarbeiten und erfordert keine Profiausrüstung für Zuschnitt und Bohrungen – Faktoren, die die Gesamtkosten eines Projekts erheblich beeinflussen können.
Wie unterscheidet sich PLEXIGLAS® von gewöhnlichem Acrylglas?
Plexiglas ist der Markenname des Originalerzeugnisses der Röhm GmbH und gilt als Qualitätsstandard der Branche. Es wird in gegossener (GS) und extrudierter (XT) Form angeboten, wobei gegossenes Plexiglas in der Regel eine höhere Materialgleichförmigkeit und bessere Bearbeitungseigenschaften aufweist. Viele günstigere Acrylglas-Produkte auf dem Markt sind zwar ebenfalls aus PMMA, können aber hinsichtlich optischer Klarheit, UV-Stabilität, Maßgenauigkeit und Bearbeitbarkeit von der Qualität des Originals abweichen.
Wie reinige ich PLEXIGLAS® richtig?
Zur Reinigung von Plexiglas empfehlen wir ein weiches Microfasertuch, leicht angefeuchtet mit klarem Wasser oder einem speziellen Kunststoffreiniger auf Isopropanol-Basis. Vermeiden Sie keinesfalls: Tücher mit Schleifwirkung, Küchenpapier, Wischmopp-Stoffe sowie chemische Reiniger wie Aceton, Benzol oder scharfe Haushaltsreiniger. Diese können die Oberfläche anlösen, trüb machen oder zu Spannungsrissen führen. Trocknen Sie die Oberfläche immer sanft – niemals reiben.
ℹ️ Hinweis & Haftungsausschluss
Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt erstellt und dient ausschließlich zu Informationszwecken. Die Angaben zu Materialeigenschaften basieren auf allgemein zugänglichen technischen Datenblättern und Herstellerinformationen. VITAdisplays® übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit, Aktualität und Korrektheit der bereitgestellten Inhalte. Für verbindliche technische Spezifikationen wenden Sie sich bitte direkt an den Hersteller Röhm GmbH. PLEXIGLAS® ist eine eingetragene Marke der Röhm GmbH.
Die in diesem Artikel beschriebenen Vergleichswerte sind Richtwerte. Tatsächliche Eigenschaften können je nach Produktvariante, Charge und Verarbeitungsbedingungen abweichen. Für sicherheitsrelevante Anwendungen konsultieren Sie bitte einen Fachmann.