Die Acrylglas-Branche erlebt den schwersten Preisschock seit der Corona-Pandemie. Seit dem Beginn der US/Israel-Militärschläge gegen den Iran am 28. Februar 2026 sind die Kosten für Rohöl, Energie und Logistik explodiert. Diese Kostenlawine rollt jetzt durch die gesamte Lieferkette. Was das für Plexiglas Preise 2026 bedeutet, warum die Erhöhungen nicht von einem einzelnen Akteur kommen und was Kunden jetzt wissen sollten: eine Einordnung der aktuellen Plexiglas Preise 2026.

Update 4. September 2026
Erneute Eskalation: Ölpreis zurück bei 95 US-Dollar, Röhm hebt Compound-Preise deutlich an
Die im Frühsommer erhoffte Entspannung ist ausgeblieben. Nach einem kurzen Rückgang im Juni hat sich die Lage über den Sommer wieder verschärft. Die wichtigsten Entwicklungen:
Ölpreis wieder deutlich gestiegen: Brent-Rohöl notiert Anfang September bei rund 95 US-Dollar je Barrel. Das ist ein Anstieg von etwa 20 Prozent gegenüber dem Vormonat und rund 45 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der wichtigste Kostentreiber für die Kunststoffproduktion zieht damit wieder kräftig an.
Nahost-Konflikt erneut aufgeflammt: Auslöser sind neue Spannungen im Nahen Osten. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Öl-Transitrouten der Welt, ist weiterhin gestört. Die US-Energiebehörde EIA rechnet damit, dass ein Teil der Förderausfälle bis Ende 2027 anhält und die Preise entsprechend erhöht bleiben.
Hersteller ziehen die Preise an: Der PMMA-Hersteller Röhm hat die Verwerfungen an den Energie- und Rohstoffmärkten bereits an die Kunden weitergegeben. Auf PMMA-Compounds der Marke PLEXIGLAS wurde im Mai ein Aufschlag von 1.000 EUR pro Tonne aufgeschlagen, ausdrücklich begründet mit dem Nahost-Konflikt. Für die Formmassen gilt zusätzlich der zum 1. April eingeführte Aufschlag. Damit sind die Materialkosten auf Herstellerebene fest im Aufwärtstrend.
Ausblick: Solange die Situation an der Straße von Hormus ungelöst bleibt und der Ölpreis auf erhöhtem Niveau verharrt, ist mit weiter steigenden oder zumindest stabil hohen Materialpreisen zu rechnen. Die EIA erwartet eine spürbare Entspannung frühestens ab 2027, wenn die ausgefallene Förderung zurückkehrt. Bis dahin bleibt der Kostendruck auf Acrylglas bestehen.
Was ist passiert? Der Iran-Krieg als Auslöser
Am 28. Februar 2026 begannen die USA und Israel mit Militärschlägen gegen den Iran. Die Folgen für die globale Energieversorgung waren sofort spürbar: Die Straße von Hormus, einer der wichtigsten Öl-Transportwege der Welt, ist seitdem faktisch gesperrt. Rund 20 Prozent der weltweiten Öllieferungen sind damit unterbrochen.
Der Ölpreis reagierte innerhalb weniger Tage: Brent-Rohöl sprang von rund 70 US-Dollar auf über 100 US-Dollar je Barrel, ein Anstieg von über 40 Prozent. Mehrere petrochemische Unternehmen haben bereits höhere Gewalt (Force Majeure) erklärt und auf einen Mangel an Rohstoffen verwiesen.

Warum betrifft Öl die Acrylglas-Preise? PLEXIGLAS® ist ein Kunststoff auf Erdölbasis. Der Ausgangsstoff MMA (Methylmethacrylat) wird aus Naphtha gewonnen, einem Erdölderivat. Steigt der Ölpreis, steigt der Preis für Naphtha und damit die Kosten für jeden Kunststoff in der gesamten Wertschöpfungskette.
Die Lieferkette verstehen: Vom Erdöl zur Plexiglas-Platte
Um die aktuellen Preiserhöhungen einzuordnen, hilft ein Blick auf die Lieferkette. Denn der Preis einer Plexiglas-Platte wird nicht von einem einzigen Unternehmen bestimmt. Er ist das Ergebnis mehrerer Stufen, an denen unterschiedliche Akteure beteiligt sind.

Stufe 1: Röhm GmbH, Markeninhaber und Rohstoffhersteller
Die Röhm GmbH in Darmstadt ist der Inhaber der Marke PLEXIGLAS® und Hersteller der PMMA-Formmassen, also des Granulats, aus dem später Platten hergestellt werden. Röhm produziert auch das MMA-Monomer (Methylmethacrylat), den chemischen Grundbaustein für alle Acrylglas-Produkte. Wenn Erdöl und Naphtha teurer werden, trifft es Röhm an der Basis der Kette zuerst.
Stufe 2: Polyvantis GmbH, Plattenhersteller unter PLEXIGLAS®-Lizenz
Die Polyvantis GmbH mit Sitz in Weiterstadt ist seit 2024 der eigenständige Hersteller der PLEXIGLAS®-Halbzeuge: Platten, Folien, Rohre und Stäbe. Das Unternehmen entstand aus der Fusion von Röhms Acrylic-Products-Sparte mit SABICs Functional-Forms-Geschäft und produziert unter langfristiger Lizenz von Röhm. Polyvantis bezieht PMMA-Granulat von Röhm und verarbeitet es durch Extrusion (XT) oder Guss (GS) zu den fertigen Platten.
Dabei kommen zu den Rohstoffkosten noch erhebliche eigene Kosten hinzu: Die Plattenproduktion ist energieintensiv (Öfen, Kühlprozesse, Tempern), der Versand ab 15 Produktionsstandorten weltweit verursacht Logistikkosten und auch die Verpackung besteht aus petrochemischen Materialien.
Stufe 3: Fachhändler, Zuschnitt und Endverkauf
Am Ende der Kette stehen Fachhändler wie VITAdisplays®, die PLEXIGLAS®-Platten von Polyvantis beziehen, auf Maß zuschneiden und an Endkunden liefern. Auch hier steigen die Kosten: Energie für die Bearbeitung, Verpackungsmaterial und Versandkosten sind an den Ölpreis gekoppelt.
Wer erhöht? Die konkreten Preisanpassungen im Überblick
Die aktuelle Preislawine ist kein Einzelfall eines Herstellers, sondern eine branchenweite Entwicklung, bei der praktisch alle Akteure in der Kunststoff-Wertschöpfungskette gleichzeitig erhöhen.

Röhm GmbH: Der Markeninhaber reagiert in drei Stufen
Röhm hat seit Kriegsbeginn gleich mehrfach die Preise angepasst: Der MMA-Monomerpreis stieg sofort um 350 EUR/t. Am 10. März folgten 400 EUR/t Aufschlag auf PLEXIGLAS®- und PLEXIMID®-Compounds, ausdrücklich begründet mit dem Nahost-Krieg. Zum 1. April kommt eine weitere Erhöhung von 80 EUR/t auf alle PMMA-Formmassen in Europa, Nahost und Afrika.
Trinseo: Der größte PMMA-Wettbewerber zieht nach
Der Konzern Trinseo, zweitgrößter PMMA-Produzent in Europa (Marke „Altuglas”), hat ab dem 16. März eine Erhöhung von 420 EUR/t für die Region EMEA angekündigt. Das zeigt: Die Preisbewegung ist nicht auf einen einzelnen Hersteller beschränkt.
Weitere Hersteller: Die gesamte Branche ist betroffen
Zum 1. April 2026 erhöhen unter anderem auch Celanese (gesamtes Portfolio), Covestro (Polycarbonat), Eastman (Polyester), Polynt (Harze) und Lanxess (Additive um bis zu 35 %, Weichmacher um bis zu 50 %). Die Begründung ist überall dieselbe: explodierende Kosten für Rohstoffe, Energie und Transport.

Warum die Preiserhöhung mehr als nur Rohstoff ist
Eine häufige Frage: Wenn eine Plexiglas-Platte nur wenige Kilogramm wiegt? Warum ist die Preiserhöhung dann so deutlich spürbar? Die Antwort liegt in der Kumulation: Es ist nicht ein einzelner Faktor, sondern die Summe aus mehreren gleichzeitigen Kostentreibern.
Kostentreiber auf einen Blick:
• Rohstoff (MMA/PMMA): Röhm hat allein im März kumuliert über 800 EUR/t auf verschiedene Vorprodukte aufgeschlagen.
• Energie: Die Extrusion und der Guss von Acrylglas sind wärmeintensive Prozesse. Strompreise in Deutschland liegen aktuell bei über 113 EUR/MWh.
• Logistik: Dieselpreise sind seit Kriegsbeginn um rund 18 % gestiegen. Polyvantis liefert ab 15 Standorten weltweit.
• Verpackung: Auch Folien und Kartonagen werden aus erdölbasierten Rohstoffen hergestellt.
• Vorsorge: Hersteller preisen bereits die nächste angekündigte Erhöhungsrunde ein, da die Unsicherheit am Markt hoch ist.
Plexiglas Preise im historischen Kontext

Wer die Acrylglas-Branche länger verfolgt, kennt solche Phasen. In den Jahren 2017 und 2018 erlebte der PMMA-Markt eine ähnliche Situation: Weltweite Lieferengpässe führten zu vier Preiserhöhungen innerhalb von sieben Monaten, mit kumulierten Aufschlägen von über 34 Prozent. Damals war die Ursache eine Verknappung des Rohstoffs MMA durch Produktionsausfälle bei mehreren Herstellern gleichzeitig.
Während der Corona-Pandemie 2020/2021 trieb ein plötzlicher Nachfrageboom (Schutzscheiben, Trennwände) die Preise erneut nach oben: Röhm erhöhte die PMMA-Formmassen um 8 Prozent, Halbzeuge wurden teilweise rationiert.
Die aktuelle Situation der Plexiglas Preise 2026 unterscheidet sich von beiden Vorgängern: Diesmal ist der Auslöser geopolitisch, die Wirkung breiter (nicht nur PMMA, sondern alle Kunststoffe gleichzeitig) und das Ende ist nicht absehbar. Es hängt vom Verlauf des Iran-Konflikts ab.

Plexiglas Preise 2026: Was bedeutet das für unsere Kunden?
Wir bei VITAdisplays® wollen transparent kommunizieren, statt unsere Kunden mit plötzlichen Preisänderungen zu überraschen. Deshalb diese Einordnung.
Die Plexiglas Preise 2026 steigen und zwar branchenweit. Das betrifft nicht nur PLEXIGLAS® und nicht nur Fachhändler von Polyvantis. Auch andere Acrylglas-Marken, Polycarbonat und zahlreiche weitere Kunststoffe sind von denselben Kostentreibern betroffen. Die Erhöhungen spiegeln reale Kostensteigerungen in der gesamten petrochemischen Wertschöpfungskette wider, vom Ölfeld bis zum Endprodukt.
Unsere Empfehlungen für die aktuelle Lage:
• Projekte zeitnah planen: Weitere Preiserhöhungen sind angekündigt. Wer Material braucht, sollte seinen Bedarf nicht aufschieben.
• Standardstärken bevorzugen: Gängige Stärken (2, 3, 4, 5, 6, 8, 10 mm) sind am besten verfügbar. Spezialformate können Lieferzeiten haben.
• Restposten nutzen: Unsere PLEXIGLAS®-Restposten aus laufender Produktion bieten echte Markenqualität zum reduzierten Preis, ideal für flexible Projekte.
• Bei Großprojekten frühzeitig anfragen: Für größere Mengen können wir individuelle Konditionen und Verfügbarkeiten klären.
Wie wir damit umgehen
Als autorisierter PLEXIGLAS® Fachhändler mit eigener Zuschnitt-Produktion sind wir nah an der Lieferkette und spüren die steigenden Plexiglas Preise 2026 direkt. Wir geben Kostensteigerungen so fair und transparent wie möglich weiter, nicht mehr und nicht weniger.
Gleichzeitig halten wir unsere Lagerbestände hoch, um Lieferengpässe für unsere Kunden so weit wie möglich abzufedern. Wer bei uns bestellt, kann sich auch in der aktuellen Lage auf schnelle Verfügbarkeit und gewohnte Qualität verlassen.

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ℹ️ Hinweis & Haftungsausschluss
Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt erstellt und dient ausschließlich zu Informationszwecken. Die genannten Preiserhöhungen und Marktentwicklungen basieren auf öffentlich zugänglichen Pressemitteilungen der jeweiligen Unternehmen sowie Branchenmedien. VITAdisplays® übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit, Aktualität und Korrektheit der bereitgestellten Angaben.
Preisinformationen in diesem Artikel stellen keine verbindlichen Angebote dar. Aktuelle Preise entnehmen Sie bitte unserem Online-Shop oder kontaktieren Sie uns direkt. Die geopolitische Lage und deren Auswirkungen auf Rohstoffmärkte können sich kurzfristig ändern.
PLEXIGLAS® ist eine eingetragene Marke der Röhm GmbH, Darmstadt. PLEXIGLAS®-Halbzeuge werden von der Polyvantis GmbH, Weiterstadt, unter Lizenz hergestellt. VITAdisplays® ist autorisierter PLEXIGLAS® Fachhändler.